Trierer Aufruf:

Trier im November 2011
Die Universität platzt aus allen Nähten. Seminare und Vorlesungen sind völlig überbelegt, viele Studierende hören Vorlesungen nur noch per Bildschirmübertragung in andere Hörsäle und können Pflichtveranstaltungen nicht belegen. In vielen Fächern gibt es viel zu wenig Lehrpersonal. Und Besserung wird nicht einmal mehr versprochen. Der Uni-Präsident meint: Alles, was realisierbar ist, wurde bereits realisiert. Wir meinen: Das ist zu wenig! Die chronische Unterfinanzierung der Bildung geht auf unsere Kosten. Auch die Wohnsituation ist katastrophal. Knebelverträge für überteuerte Wohnungen, Couchsurfing, Notunterkünfte oder kostspieliges Pendeln sind für viele die notwendigen Folgen des fehlenden bezahlbaren Wohnraums. Überfüllte Busse und Bahnen sind für Trierer Studierende und SchülerInnen Alltag. Auch hier werden leere Kassen wieder auf uns abgewälzt: Buslinien werden eingespart, die Fahrpreise erhöht, der Weg zu Schule und Uni für uns immer unbequemer und teurer. Wer im Umland wohnt, ist besonders betroffen. Und das Sparen geht noch weiter. 2.000 LehrerInnenstellen will die Landesregierung einsparen – mit den entsprechenden Folgen: Unterrichtsausfall und viel zu große Klassen. Und das bei steigendem Lernstress. Uns reicht’s! Wir lassen uns unsere wenigen Zukunftsperspektiven nicht auch noch wegkürzen! Wir wollen selbstbestimmt leben und lernen! Am 17. November gehen wir gemeinsam für unser Recht auf freie, kostenlose Bildung auf die Straße!

->Keine Streichung von LehrerInnenstellen! Mehr Lehrpersonal an Uni und Schulen! Kleinere Klassen, Seminare und Vorlesungen!
->Orientierungssemester einführen! Bachelorstudium entzerren! Leistungs- und Zeitdruck abbauen! Für selbstbestimmtes Lernen!
->Keine Einsparungen im Bus- und Bahnverkehr! Keine Fahrpreiserhöhungen! Ausgebauter, kostenloser Öffentlicher Nahverkehr für alle!
->Gegen Wohnungsnot, Knebelverträge und Mietpreiswucher! Bezahlbarer Wohnraum für alle!

Bundesweiter Aufruf

Verabschiedet auf der bundesweiten Bildungsstreikkonferenz in Berlin (9.-11.09.2011), das Bildungsstreikbündnis Trier unterstützt den bundesweiten Aufruf!

Wir, die UnterzeichnerInnen dieses Papiers, rufen alle SchülerInnen, Studierenden, Auszubildenden, LehrerInnen, Dozierenden und alle, die sich für Bildung einsetzen wollen, zum Bildungsstreik für Solidarität und freie Bildung auf. Am und um den 17.11.2011 sollen Demos, Proteste, Besetzungen und andere Aktionen stattfinden. Wir wollen damit die Bildungspolitik verändern, Menschen politisieren und Selbstorganisation stärken. Wir stellen uns dabei in den Zusammenhang mit den Jugend- und Sozialprotesten weltweit sowie mit den „Global Weeks of Action“ vom 07. bis 20. November.
Wir fordern:

-> Abschaffung aller Bildungsgebühren – Kostenfreie Bildung für alle
->Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne
->Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem – Eine Schule für alle
->Studien- und Ausbildungsplätze für alle
->Alle Zulassungs- und Zugangsbeschränkungen, auch für Masterstudiengänge, abschaffen
->Die Übernahme nach der Ausbildung
->Eine gesetzliche Umlagefinanzierung – Wer nicht ausbildet muss zahlen
->Kleinere Klassen und Kurse mit max. 20 SchülerInnen – mehr LehrerInnen in allen Bildungseinrichtungen
->Weg mit dem Turbo-Abitur (G8)
->Kostenlose Mahlzeiten und kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs an allen und für alle Schulen, KiTas und Hochschulen
->Demokratie statt Repression – Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen und Lebensbereiche
->Gegen die Militarisierung von Bildungseinrichtungen – Für die Zivilklausel, Kooperationsvereinbarungen kippen

Wir wollen diese sowie die regionalen Forderungen solidarisch vertreten und für ihre Umsetzung kämpfen. Dazu werden wir uns vor Ort organisieren und rufen alle Menschen dazu auf, Bündnisse zu bilden. Diesen Bündnissen schlagen wir vor, am und um den 17.11. öffentlichkeitswirksame Aktionen zu organisieren: Seien es Flashmobs, Demos, Besetzungen oder Streiks. Auch unsere inhaltliche Bildung wollen wir vorantreiben und uns in Diskussionen und auf Veranstaltungen mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen. Für eine breite Bildungsbewegung!

Bitte schreibt zum Unterzeichnen einfach einen Kommentar auf der Bundeshomepage. Dort sind auch die bisherigen UnterzeichnerInnen nachzulesen!